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Die zwölf Reichskanzler der Jahre 1919 bis 1933 sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Dies liegt in erster Linie an ihren kurzen Amtszeiten. Zum Vergleich: Das Kaiserreich hatte in den 47 Jahren seines Bestehens von 1871 bis 1918 acht Kanzler, in der Bundesrepublik Deutschland amtierten von 1949 bis heute in fast sechs Jahrzehnten acht Bundeskanzler. Dabei sagt die Dauer einer Kanzlerschaft grundsätzlich nichts über die Qualität eines Amtsinhabers oder die Leistungen während seiner Amtszeit aus.
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| Philipp Scheidemann auf dem Weg in den Reichstag Ende der 1920er Jahre. |
Die Ausstellung möchte diese zwölf Männer wieder im kollektiven Gedächtnis der Nation verankern. Sie will den vergessenen Kanzlern Gesicht und Stimme zurückgeben. Sie erhebt bewusst nicht den Anspruch, eine umfassende Darstellung der Weimarer Republik zu liefern. Sie konzentriert sich auch nicht auf die jeweils sehr kurzen Kanzlerschaften, sondern präsentiert die Gesamtbiographien von Philipp Scheidemann, Gustav Bauer, Hermann Müller, Constantin Fehrenbach, Joseph Wirth, Wilhelm Cuno, Gustav Stresemann, Wilhelm Marx, Hans Luther, Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher.
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| Gustav Bauer in seinem Haus in Glienicke/Nordbahn Ende der 1930er Jahre. |

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Zahlreiche Fotos, die aus dem Besitz von Kindern und Nachfahren der Reichskanzler stammen, sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen. Über 750 Fotos von rund 65 Leihgebern aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden, der Schweiz und den Niederlanden zeigen die Gemeinsamkeiten, aber auch die gravierenden Unterschiede in den Lebensläufen dieser zwölf Kanzler auf. Sie spiegeln Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte vom Kaiserreich bis in die Bundesrepublik Deutschland wider. |
Hans Luther im April 1921 mit seiner wenige Tage alten Tochter
Eva Marie. |
Die Ausstellung ist im Februar 2003 im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages vom damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse eröffnet worden. Danach war sie unter anderem in der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg, im Rathaus der Stadt Freiburg im Breisgau, im Bundesarchiv in Koblenz, im Rathaus der Stadt Stuttgart, im Stadtmuseum in Weimar, in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, in der Paulskirche in Frankfurt am Main, im Hambacher Schloß und im Stadtmuseum in Münster zu sehen.
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Wilhelm Cuno mit seiner Frau Martha beim Skilaufen
in
Freudenstadt im Schwarzwald im Februar 1927. |

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Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre zum Preis von 7 Euro erschienen, die 75 Fotos und die Haupttexte enthält. Außerdem gibt es eine CD mit 24 Original-Tondokumenten der Weimarer Kanzler für 5 Euro.
Die Wanderung der Ausstellung wird von der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte organisiert.
Kontakt:
Dr. Bernd Braun, Tel.: 06221/9107-15 oder bernd.braun[at]ebert-gedenkstaette.de.
Hier gelangen Sie zu einem Interview mit Dr. Bernd Braun über die Reichskanzler-Ausstellung.
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| Reichspräsident Friedrich Ebert (Mitte) und Reichkanzler Joseph Wirth (rechts) verlassen nach der Verfassungsfeier am 11. August 1922 den Reichstag. |

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Hermann Müller während seiner zweiten Kanzlerschaft 1928 bis 1930. |
Experimentelle Aufnahme von Reichsaußenminister Gustav Stresemann durch ein optisches Prismenglas im Sommer 1929. |

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| Reichstagspräsident Constantin Fehrenbach 1918. |
Ein Blick in die Ausstellung. |
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| Heinrich Brünung besichtigt eine Eishöhle im Riesengebirge. |
Franz von Papen auf der Rennbahn in Iffezheim bei
Baden-Baden
am 23. August 1968. |
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Kurt von Schleicher mit seiner Frau Elisabeth circa 1933,
ein Jahr vor ihrer Ermordung durch die Nationalsozialisten
während des sogenannten „Röhm-Putsches". |

Wolfgang Thierse eröffnet die Reichskanzler-Ausstellung am 19. Februar 2003 im Paul-Löbe-Hause des Deutschen Bundestages in Berlin. |
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Kathleen Buckup-Cuno, die Tochter von Reichskanzler Wilhelm Cuno, mit Bundesinnenminister a. D. Rudolf Seiters bei der Eröffnung der Reichskanzler-Ausstellung im Schloss Reinbek bei Hamburg am 15. Januar 2004. |
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