"Darüber lacht die Republik - Friedrich Ebert und 'seine' Reichskanzler in der Karikatur"

Konzept der Ausstellung

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebte die Karikatur einen Boom – knapp 80 humoristisch-satirische Zeitschriften veröffentlichten Karikaturen. Dabei standen Reichspräsident Friedrich Ebert und die Reichskanzler während seiner Amtszeit als die herausragenden Repräsentanten der jungen Weimarer Republik im Fokus der satirischen Kritik. Die Ausstellung „Darüber lacht die Republik – Friedrich Ebert und ‚seine‘ Reichskanzler in der Karikatur“ präsentiert eine Auswahl von rund 70 Zeichnungen, die Ebert und jene Kanzler ins Visier nehmen, die er ernannt hat: die SPD-Politiker Philipp Scheidemann, Gustav Bauer und Hermann Müller, von der Zentrumspartei Constantin Fehrenbach, Joseph Wirth und Wilhelm Marx, der DVP-Vorsitzende Gustav Stresemann sowie die parteilosen Wilhelm Cuno und Hans Luther.
Die Auswahl der Karikaturen erfolgte zum einen nach optischen und künstlerischen Gesichtspunkten; zum anderen sollten die Karikaturen ohne komplizierte Erläuterungen verständlich sein. Auch wenn die Zeichnungen zum großen Teil auf das politische Tagesgeschehen Bezug nehmen und es widerspiegeln, so lassen sie sich zumeist auch intuitiv verstehen. Manche wirken noch heute erstaunlich aktuell. Dies spricht für die außergewöhnliche Qualität der Karikaturisten und ihrer Werke.
Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, die von den Karikaturisten beson­ders häufig aufgegriffen wurden. Dabei reicht die Spannweite von harmlos-lustigen Zeichnungen bis zu zutiefst verleumderischen Darstellungen. In drastischen Bildern belegen sie den Hass der politischen Gegner auf das sozialdemokratische Staatsoberhaupt und die demokratische Elite der Weimarer Republik. Sie greifen nicht nur Reichspräsident und Reichskanzler an, sondern auch das demokratische System, das diese verkörpern. Die ausgestellten Karikaturen spiegeln somit die gesellschaftlichen Gegensätze der Weimarer Republik wider. Sie werfen ein Schlaglicht auf die politische Kultur einer Epoche, in der Unsicherheit, Krisen und politische Feindschaft zur Tagesordnung gehören und das Klima prägen.
Zahlreiche Zeichnungen sind erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Fantasievolle Installationen ergänzen die Bildexponate und machen die Präsentation besonders anschaulich.

Ikarische Spiele oder das neue Reichsministerium. Es handelt sich um ein Werk des Karikaturisten Karl Arnold (1883-1953), erschienen in der Satirezeitschrift Simplicissimus am 7. Juli 1923. (Quelle: VG Bild-Kunst).

Umfang der Ausstellung

Die Ausstellung erfordert 100 qm Fläche und 70 lfd. m Wandfläche zum Hängen; diese kann durch Stellwände ergänzt oder ersetzt werden. Die Ausstellung umfasst im Einzelnen: 43 gerahmte Reproduktionen in Größe 50 cm x 70 cm (darunter 5 Querformate), 7 Karikaturen auf PVC-Platten in Größe DIN-A-2 (42 cm x 59,4 cm),ein Mobile mit Ebert-Köpfen (Höhe 175 cm, Breite 165 cm) und eine (über)lebensgroße Ebert-Karikatur als Standbild (ca. 200 cm x 90 cm).
Ferner eine Stoffbahn in Größe 102 cm x 200 cm (mit Displaysystem), ein Großbild auf Stoffbahn (200 cm x 200 cm) , eine Collage in Größe 317 cm x 200 cm auf Stoffbahn (mit Displaysystem), ein Großbild auf Stoffbahn in Größe 144 cm x 200 cm (mit Displaysystem), eine Installation „Ostereiertanz“: Kunstrasenbahn (ca. 400 cm x 130 cm) mit einem lebensgroßen Standbild von Reichskanzler Wilhelm Marx (ca. 200 cm x 180 cm) und sechs ca. 25 cm hohen bemalten Kunststoffeiern, ein Styroporaufsteller „Frédérique le Gros“ in Größe 91 cm x 67 cm x 15 cm und die Installation „Thron“: Thronsessel mit Kunststoff-Kürbis und Regenschirm in Größe 94 cm x 65 cm x 60 cm.
Einzelne Installationen und das Mobile können aus Platzgründen auch weggelassen werden. Wenn vor Ort Vitrinen vorhanden sind, kann eine Reihe von Originalen gezeigt werden.Die Ausstellung wird in Transportkisten angeliefert, für die vor Ort ein Lagerraum für die Dauer der Ausstellung vorhanden sein sollte.

Kosten der Ausstellung

Für den Entleiher fällt lediglich eine Sachkostenpauschale in Höhe von ca. 1.500 bis 2.000 € an. Sie soll die Kosten für den Transport, und den Auf- bzw. Abbau der Ausstellung decken. 

Begleitmaterial zur Ausstellung

Zur Ausstellung ist ein Plakat vorhanden, in das der jeweilige Ausstellungsort und die Präsentationsdauer eingedruckt werden können.
Außerdem gibt es eine Begleitbroschüre (108 Seiten mit 70 Abb.; Einkaufspreis 10,00 Euro, Verkaufspreis 12,80 Euro). Die Broschüre sollte vor Ort in Kommission verkauft werden können - ebenso Postkarten mit historischen Karikaturenmotiven.

Resonanz auf die Ausstellung

Die Freude über eine gelungene Eröffnung im Maison de Heidelberg ist ihnen ins Gesicht geschrieben: Hans Demes, Leiter des Hauses, Prof. Dr. Maurice Godé, Präsident, die Kuratoren Dr. Michael Braun und Guilhem Zumbaum-Tomasi und Nadine Gruner, Bildungsreferentin des Maison de Heidelberg.

Die Ausstellung ging – nach der Erstpräsentation technisch umgerüstet – Ende 2010 auf Wanderschaft.
Stationen waren das Institut für soziale Bewegungen in Bochum, das Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bonn, das Stadtmuseum Weimar, das Städtische Museum im Spiegelschen Palais in Halberstadt, das Kulturhistorische Museum Magdeburg, die Otto-von Bismarck-Stiftung in Schönhausen/Elbe und der Stammsitz in Friedrichsruh bei Hamburg.
Nach der Präsentation im Museum "Uhl'sches Haus" in Göllheim (Pfalz), in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund in Berlin (März/April 2015), im Landratsamt/Kreisarchiv Rastatt (Juli/August 2015) und im Faust-Museum/Faust-Archiv der Stadt Knittlingen im Kraichgau (Oktober 2015 bis Januar 2016) ging diese Ausstellung erstmalig ins benachbarte Ausland.
Für die Präsentation anlässlich des 50-jährigen Bestehens des „Maison de Heidelberg“ in Heidelbergs Partnerstadt Montpellier übersetzten Mitarbeiter der Stiftung die Ausstellungstexte und Bildunterschriften ins Französische. Gleichermaßen auf Französisch erfolgte die Einführung/Eröffnung am 1. März 2016: Unter der Überschrift "La République en rit – Friedrich Ebert et « ses » chanceliers face à la caricature" stieß diese, ebenso wie die nachfolgenden Führungen und Fortbildungen, auf viel Resonanz – besonders bei den Teilnehmern der Deutschkurse des „Maison de Heidelberg“ und des DAAD, aber auch bei den Medien der Region. Am 1. Mai 2016 – nach zweimonatiger Präsentation – zog das Team des „Maison de Heidelberg“, insbesondere Bildungsreferentin Nadine Gruner als Projektverantwortliche und Prof. Maurice Godé als Präsident anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieser Einrichtung ein erfreuliches Fazit. Die Stiftung leistete damit einen sichtbaren Beitrag zur Städtepartnerschaft Heidelberg-Montpellier.
Nach kurzer Präsentationspause wanderte die Ausstellung nach Schleswig-Holstein: Am 9. September 2016 wurde sie im A. Paul Weber-Museum in Ratzeburg eröffnet. Das in unmittelbarer Nähe des Ratzeburger Doms und des Kreismuseums für den Kreis Lauenburg gelegene A. Paul Weber-Museum erweist sich als idealer Präsentationsort: Die Karikaturen der Wanderausstellung und die Grafiken A. Paul Webers ergänzen sich bestens. Bis 4. Dezember 2016 war die Ausstellung dort zu sehen. Vom 1. April bis 8. Juni 2017 wird diese Ausstellung im Kreishaus Lüchow präsentiert, danach - vom 15. Juni bis 3. September 2017 im Museum Soltau. Ab dem 2. Dezember ist sie in der Kreisbibliothek Eutin in Ostholstein zu Gast.

Hier finden Sie ein Exposé zur Ausstellung (785 KiB).

Kontakt:
Dr. Michael Braun
Tel.: 06221/9107-12
E-Mail: michael.braun@ebert-gedenkstaette.de

 

Kontakt

Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Pfaffengasse 18
69117 Heidelberg
Tel.: 06221/9107 - 0
Fax: 06221/9107 - 10  
E-Mail: friedrich@ebert-gedenkstaette.de


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