Veranstaltungen

Freitag, 27.10.2017 , 19:30 Uhr

"Die Neue Rechte und die Juden: Antisemitismus und Pro-Israelismus"

Vortrag Marcus Funck (Berlin) im Rahmen der Sonderausstellung "Angezettelt"


Beschreibung

Die zukünftigen politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf das bedenkenswerte Abschneiden der AfD bei der jüngsten Bundestagswahl sind jetzt noch nicht abzusehen. Mit der AfD zieht eine völkisch denkende rechtsradikale Partei in den Bundestag. Mit ihr auch ein Teil des völkischen Flügels, der mit der 'Neuen Rechte' eng verwoben ist. Deren Verhältnis zu Juden in Deutschland und Israel ist höchst widersprüchlich. Sie nimmt für sich in Anspruch, antisemitischen und rassistischen Ideologemen abgeschworen zu haben. Zwar erkennt sie die gleichberechtigte Vielfalt von Völkern und Nationen, allerdings konstatiert sie zugleich deren prinzipielle Unvereinbarkeit. Folglich fordert sie „Entmischung“ und scharfe Abgrenzung entlang ethnischer und nationaler Linien.

Wie kürzlich eine Rede von Björn Höcke (AfD) gezeigt hat, wird der Grundkonsens der bundesrepublikanischen Vergangenheitspolitik zum Gedenken und Umgang mit dem Holocaust durch den Schmutz gezogen.

Weiterhin zeigt sie ein zutiefst ambivalentes Verhältnis zu Israel als jüdischem Staat auf. In neurechten Verschwörungstheorien spielt Israel als „dunkle Macht“ eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig lassen sich in jüngster Zeit zum Teil weitgehende Annäherungen der 'Neuen Rechten' an die israelische Regierung beobachten. Hierbei bemühen sich beide um den Topos des 'jüdisch-christlichen' Abendlands, der eine historische Tiefe einer anti-islamischen Allianz suggerieren soll. Wie lassen sich also diese Orientierungen der 'Neuen Rechten' einordnen? In welchem Verhältnis stehen sie zu klassischen antisemitischen Positionen der radikalen Rechten?

Und was bedeutet dies für in Deutschland lebende Juden?

 

Dr. Marcus Funck ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählt die Beschäftigung mit der radikalen Rechten in Geschichte und Gegenwart, zu der er sich auch regelmäßig publizistisch äußert.


Veranstalter

Stiftung Friedrich-Ebert-Gedenkstätte


Veranstaltungsort

Ebert-Haus


 

Kontakt

Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Pfaffengasse 18
69117 Heidelberg
Tel.: 06221/9107 - 0
Fax: 06221/9107 - 10  
E-Mail: friedrich@ebert-gedenkstaette.de


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