Aktuelles

150 Jahre Friedrich Ebert

Am 4. Februar 2021 feiern wir den 150. Geburtstag von Friedrich Ebert. Einige Veranstaltungen, die zu diesem Anlass geplant waren, können aufgrund von Corona leider nicht in der angedachten Form durchgeführt werden, andere Aktionen können hoffentlich später im Jahr stattfinden. Dennoch freuen wir uns darauf, diesen 150. Geburtstag im Jahr 2021 mit verschiedenen Aktivitäten zu feiern! 

Sonderbriefmarke Friedrich Ebert

Gestaltung des Postwertzeichens: Matthias Wittig, Berlin; Foto © akg-images

Zum 150. Geburtstag Friedrich Eberts am 4. Februar 2021 erscheint am gleichen Tag eine ihm gewidmete Sonderbriefmarke. Diese 95-Cent-Briefmarke der Deutschen Post, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte entstand, erinnert an Friedrich Eberts Eintreten für die Demokratie und ruft auf, auch heute nach seinem Vorbild für Demokratie und Freiheit einzutreten. Der Sozialdemokrat, Republikgründer und Reichspräsident Ebert kämpfte zeit seines Lebens für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und die parlamentarische Demokratie. Als erstes demokratisches Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte übernahm er Verantwortung für ein Land und war ein Garant für die erste deutsche Demokratie.
Eine offizielle Präsentation der Briefmarke im Friedrich-Ebert-Haus ist aufgrund der aktuellen Situation leider nicht möglich und auch die ursprünglich dort geplante Einrichtung einer Sonderpostfiliale kann leider nicht stattfinden. Die Präsentation der Briefmarke findet ausschließlich digital statt. Der extra erstellte Sonderstempel und ein Sonderbriefumschlag ist am Erscheinungstag, am 4. Februar 2021, in der Postbankfiliale in der Sophienstraße 8-10 in Heidelberg erhältlich.

Frühere Ebert-Briefmarken

Bereits in früheren Zeiten erschienen Briefmarken mit dem Bildnis von Friedrich Ebert. Die ersten Ebert-Briefmarken erschienen zwischen September 1928 und Januar 1932 in Form einer Briefmarkendauerserie der Deutschen Reichspost. Die Marken der Serie mit einem Wert zwischen drei und 80 Pfennig zeigten zu einem Teil Friedrich Ebert und zum anderen seinen Amtsnachoger Paul von Hindenburg. Die Ebert-Marken wurden zum 1. Juli 1934 ungültig, die mit Hindenburg zum 1. Januar 1936.
Die nächste Ebert-Briefmarke veröffentliche die Deutsche Bundespost zum 100. Geburtstag Friedrich Eberts im Jahr 1971. Bei der 30-Pfennig-Briefmarke wurde das gleiche Ebert-Bild wie 1928 verwendet und mit dem Aufdruck „Dem deutschen Volke“ ergänzt.
Eine weitere Ebert-Briefmarke erschien im Jahr 2000 zu Eberts 75. Todestag. Diese Briefmarke mit einem Wert von 1,10 DM wurde von Bundesfinanzminister Hans Eichel im Friedrich-Ebert-Haus präsentiert.

Kurzbiografie und Würdigung Friedrich Eberts

Am 4. Februar 1871 kam Friedrich Ebert in Heidelberg zur Welt. Als Sohn eines Schneiders wuchs er im Milieu der Kleinhandwerker, Arbeiter und Tagelöhner auf. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre zum Sattler und ging anschließend auf Wanderschaft. In dieser Zeit schloss er sich der Sattlergewerkschaft und der Sozialdemokratie an. 1891 erreichte Ebert Bremen. Hier begann sein Aufstieg vom Sattler zum Reichspräsidenten.
In Bremen erwarb Ebert sein politisches Rüstzeug und verinnerlichte sozialdemokratische Werte: den politischen Kampf für Verbesserungen der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten und soziale Gerechtigkeit. 1905 wurde er in den SPD-Parteivorstand gewählt und ging nach Berlin. Hier bewährte er sich als pragmatischer Parteiorganisator und Vermittler zwischen den auseinanderdriftenden Parteiflügeln. 1913 wurde er zu einem der beiden Parteivorsitzenden gewählt.
Die Revolution von 1918/19 besiegelte den Untergang des kaiserlichen Obrigkeitsstaats. In dieser entscheidenden Phase übernahm Friedrich Ebert historische Verantwortung und gestaltete den Übergang von der Revolution in die Republik. Hauptziel Eberts und der SPD war die Demokratisierung der Gesellschaft. In einer Zeit der Unsicherheiten und Gefährdungen der jungen Republik stellte Ebert die Weichen für die parlamentarische Demokratie.
Am 11. Februar 1919 wurde Ebert zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Als erstes demokratisches Staatsoberhaupt in Deutschland stand er vor außergewöhnlichen Herausforderungen: Der Versailler Vertrag, zerbrechende Koalitionen, Angriffe rechter Putschisten auf die Demokratie, politische Morde. Mit seiner am Allgemeinwohl orientierten und kompromissbereiten Politik steuerte Ebert die junge Republik durch vielfältige Krisen und verteidigt sie gegen ihre Feinde.
Als Symbolfigur der Demokratie stand der Reichspräsident im Visier der Republikgegner, die eine Hetzkampagne gegen ihn entfachten, gegen die Ebert sich mit juristischen Mitteln zu Wehr setzte. Von diesen juristischen Auseinandersetzungen tief getroffen und gesundheitlich schwer angegriffen, verschleppte er die Behandlung einer Blinddarmentzündung. Er wurde zu spät operiert und starb am 28. Februar 1925 im Alter von nur 54 Jahren.

Mit Ebert verlor die Republik von Weimar ihren Vorkämpfer und einen ihrer konsequentesten Verteidiger. Zu seinem Nachfolger wählten die Deutschen im April 1925 Paul von Hindenburg, den kaiserlichen Heerführer des Ersten Weltkriegs, den Schöpfer der Dolchstoßlüge, einen Militär, einen Antirepublikaner. Unter seiner Präsidentschaft wurde Hitler 1933 Reichskanzler, die Demokratie zerstört und damit das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte aufgeschlagen. Somit markierte der Tod Friedrich Eberts im Februar 1925 einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Weimarer Republik – und nicht weniger in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als Wegbereiter und Garant der ersten Republik gehört Friedrich Ebert zu den wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte.

Friedrich-Ebert-Gedenkstätte bis auf Weiteres geschlossen

Aufgrund der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bleibt die Gedenkstätte bis auf Weiteres geschlossen.
Wir bitten um Verständnis.
Bleiben Sie gesund.

Virtueller Rundgang

Einen virtuellen Rundgang durch die Geburtswohnung Eberts finden Sie auf der Seite Leo BW des Landearchivs Baden-Württemberg .

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